Poster:
Bodo von Ehrlich, Kempten, Deutschland
Im Rahmen einer Poster-Trilogie – Mg-Mangel-Pandemie effektiv aufdecken – Erfolgreiche slow-disease Mg-prävention – dies ein Beispiel mit: – Gründen und Folgen unvollständiger Magnesium-Supplementation. Zöliakie (Sprue)(Z) wird seit zwei Jahrzehnten mit zunehmender Häufigkeit diagnostiziert (1% Prävalenz). Trotz gestiegener Aufmerksamkeit behindert das Narrativ der alleinig diätetischen Beherrschbarkeit die bereits auf dem 2000 Vichy 9. Int Magnesiumkongress publizierte Tatsache des sehr häufigen und auch unter Glutenfreier Diät persistierenden Magnesiummangels (M) (v.Ehrlich 2000). Eine Substitution dieses Mangels auf GKV-Rezept scheitert am ausnahmslosen Narrativ gesteuerten Paragraphen-Verbot. – Der dokumentierte Verlauf einer 1995 bei uns endoskopisch gesicherten Zöliakie Pat. mit dokumentiertem Magnesium-Verlauf über mittlerweile 30 Jahre, die sucessive aufgetretenen MM assoziierten Folgeerkrankungen und die faktischen Konsequenzen administrativer Fehlsteuerung werden dargelegt. Serum Mg bei Neudiagnose: 0,85 mmol/l (Situationsstress) – pseudonormal; der Mg/Ca Quotient rückwirkend berechnet 0,35 (unterhalb Zielwert-latenter MM initial bestätigend); MM wegweisende Symptome bei Neudiagnose: Müdigkeit, Wadenkrämpfe, Ruhetachykardie, Stressanfälligkeit, Raynaud Syndrom, rissige Fingerhaut. Sucessive aufgetretene Folgekrankheiten , für die es außer der Grunderkrankung eine sonstigen und insbesondere keine Verhaltensfehler bedingten Erklärungen gibt: Rythmusstörungen > später Absolute Arrythmie m.Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz, Cardioneuropathie, peripher sensible Neuropathie, depressive Phasen, Early vascular aging(EVA) in der Pulswellenanalyse (AIX Überhöhung), art Hypertonie, passager MCI, Die diätetische Compliance der Patientin war durchgehend sehr gut – Gewicht stabilisiert normal ebenso die gastrontestinale Symptomatik normalisiert. Haupthindernis der Magnesium-Zielerreichung: die administrative Verbannung der Magnesium-Supplementation: Die empfohlene Hochdosis Magnesium Supplementation wurde zumindest über Jahre auf Grund des Selbstkaufzwanges (grünes Rezept) nicht so intensiv eingehalten wie zur Erreichung der Zielwerte für Magnesium (Mgs > 0,85 mmol/l, Mg/Ca Quotient 0,4 mind.> 0.36) wünschenswert. Kontrollresultate: Mgs 0,70mmol Mg/Ca 0,30.(Paradoxie „Schwamm-Effekt“) (v.Ehrlich2008, 2011) Die individuelle biologische Herausforderung einer konsequenten Magnesiumtherapie bei einem Krankheitsbild mit weichem Stuhl (narrativ Durchfall) erfordert hohe Überzeugungsarbeit, ist aber zu bewältigen. Erst nachdem die Patientin aus der Zusatzstress-Konstellation heraus im Ruhestand ist, wurden bei jetzt erhöhter Mg Compliance Ziel-nahe Magnesium Spiegel erreicht. Die – für den hippokratischen Arzt und Patienten nachrangige – ökonomische Betrachtung ergäbe simpel daß 10 Jahre Magnesium-Supplementation die Krankenkasse eher weniger gekostet hätte wie ein Jahr NOAK (Neue Antikoagulantien) bei Vorhofflimmern und dann SGLT2 Hemmer. Der intensiv dokumentierte Langzeitverlauf dokumentiert die hippokratische Sinnhaftigkeit der Magnesium Langzeit-Sekundärprävention bei Mg Mangel generierender Grundkonstellation: den ganzen Patienten im Blick.
Literatur:
- Ehrlich B. 9. Int. Magnesiumkongress 2000 Vichy
- Ehrlich B Serum Magnesium Paradoxon unter Magnesium Infusion bei Magnesium Mangel Patienten 8.-10. Juni 2011 Bologna SDRM Magnesium Kongress
- Ehrlich B Case report new diagnosed diabetes mellitus 2 and oral magnesium supplementation Fulda 2008 Jahrestagung Gesellschaft für Magnesiumforschung
