Poster:
Kisters1, K. Kisters2,3,4,5, U. Gröber5, t. Westhoff6, H.G. Predel7, H.Reuter8,9
1 Universitäts-Zahnklinik, Köln, 2Med. Univ. Poliklinik, Münster, 3Operasan Dialyse Zentrum, Herne, 4Gesellschaft für Magnesiumforschung, Tutzing, 5Akademie für Mikronährstoffmedizin, Essen, 6Nephrologie Ruhr Univ. Bochum, Marienhospital, Herne, 7Institut für Herzkreislauferkrankungen und Sportmedizin, Deutsche Sporthochschule, Köln, 8Dpt. für Innere Medizin und Kardiologie, EVK Köln Weyertal, Köln und 9Universitäts-Hypertonie Zentrum, Universität Köln, Deutschland
Da es Patienten gibt, die trotz normaler Serummagnesiumwerte, trotzdem einen teilweise auch schweren Magnesiummangel aufweisen, wurde in letzter Zeit die Bestimmung des ionisierten Magnesiums im Blut mit großem Interesse verfolgt (Point of Care Geräte Prime Plus der Firma Nova Biomedical, Rödermark, Germany). In einer früheren Studie bei 45 älteren Hypertonikern fand sich keine Korrelation zwischen Serum- und ionisierten Magnesiumkonzentrationen. In dieser Studie war nur bei 1 Patienten ein Magnesiummangel im Serum aufgefallen, das ionisierte Magnesium war aber 15 Patienten statistisch signifikant erniedrigt. Möglicherweise eignet sich das ionisierte Magnesium bei der Bestimmung als Früh-Marker für einen Magnesiummangel folgerte man daraus (1).
Ebenso fand sich jetzt bei Patienten mit metabolischem Syndrom, mit Hypertonie, in einer aktuellen Studie, ebenfalls keine Korrelation zwischen Serum und ionisierten Magnesiumkonzentrationen (r = 0,02). Auch zeigten einige der 45 Patienten in dieser Studie einen Mangel an ionisiertem Magnesium ohne Serummagnesium-Defizit (2).
Zusammengefasst spielt ein Magnesiummangel bei der Pathogenese und Therapie einer Hypertonie eine wichtige Rolle (1,2). Die orale Therapie ist sicher und nebenwirkungsarm. 300 bis 500 mg Magnesium tgl. sind in vielen neueren Supplementationsstudien mit Erfolg eingesetzt worden. Die Diagnostik des Magnesiummangels anhand nur des Serum Magnesiumwertes ist schwierig und manchmal fehlerhaft. Das ionisierte Magnesium ist die aktive Form des bioverfügbaren Elektrolytes. Seine Bestimmung bietet Vorteile bei der Diagnose Magnesiummangel. Als Früh-Marker für einen Magnesiummangel scheint es ebenso von Vorteil zu sein. Falls verfügbar, sollte zur Diagnostik eines Magnesiummangels am besten das Serum – und das ionisierte Magnesium gemessen werden. Dies gilt insbesondere für kardiovaskuläre Risikopatienten und in der Geriatrie.
Literatur
- Kisters K, Gröber U, Gremmler B, Sprenger J, Wroblewski F, Deutsch A, Kisters L, Westhoff T, Kolisek M. Ionized magnesium deficiency in elderly hypertensive patients – a pilot study. Nutr. Food Sci. J. 2020; 3(2): 129-134.
- Kisters S, Kisters K, Werner T, Vormann J, Tokmak F, Westhoff T, Gröber U, Predel HG, Reuter H. Positive effects of magnesium supplementation in metabolic syndrome. Int J Clin Pharmacol Ther. 2024; 62: 569-578.
