Uwe Gröber, Akademie für Mikronährstoffmedizin, Essen, Deutschland
Magnesium und Selen können in der Regel problemlos zusammen eingenommen werden, da sie sich nicht gegenseitig stören. Magnesium unterstützt die normale Muskelfunktion und das Nervensystem, während Selen zum Zellschutz vor oxidativem Stress und Entzündungen beiträgt, eine physiologische Schilddrüsen- und Gehirnfunktion fördert sowie für gesunde Haare und Nägel wichtig ist. Bei Mäusen führt die Ausschaltung von Selenoprotein P oder des Zellmembran-Rezeptors ApoER2 zu einem dramatischen Abfall des Selengehalts im Gehirn (120 ng/g → 50 ng/g) und macht die betroffenen Tiere anfällig für schwere neurodegenerative Erkrankungen. Selenoprotein P (SeP) ist ein Glykoprotein, das für den Transport, die Utilisation und die Speicherung von Selen im Körper verantwortlich ist und als zuverlässiger funktioneller Biomarker für die Selenversorgung dient. Die spezifische ApoER2-vermittelte Endozytose von SeP ist für die Speicherung von Selen im Gehirn unerlässlich. SeP verteilt Selen an verschiedene Organe und Gewebe (z.B. Gehirn, Hoden, Nieren), schützt die Zellen vor Inflammation oxidativem/nitrosativem Stress und ist an wichtigen Stoffwechselprozessen, der Immunantwort, dem Mitochondrien- und Schilddrüsenhormonstoffwechsel beteiligt. Ein Mangel an dem funktionellen Biomarker SeP wird mit verschiedenen Erkrankungen wie ADHS, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, AID und/oder Krebs in Verbindung gebracht. Eine Kombination aus Magnesium und Selen wird beispielsweise bei Longevity oder zur Unterstützung der Leberfunktion sowie zur allgemeinen Gesundheitsförderung empfohlen. Aufgrund der guten oralen Bioverfügbarkeit und intestinalen Verträglichkeit wird Magnesium vor allem als Magnesiumtaurat und Selen als Natriumselenit empfohlen.
