Jürgen Vormann
Institut für Prävention und Ernährung, Ismaning/München
Magnesiummangel ist weitverbreitet und stellt einen Risikofaktor für die Funktion des Gehirns dar. Neben den vielfältigen Magnesiumfunktionen im Stoffwechsel jeder Zelle ist Magnesium im Zentralnervensystem von besonderer Bedeutung, da Magnesiumionen als Blocker von NMDA-Rezeptoren wirken. Eine ausgeglichene Aktivität dieser Rezeptoren ist für Lern- und Gedächtnisprozesse sowie für die Entwicklung des Gehirns wichtig. Ein Magnesiummangel führt zu einer erhöhten Aktivität dieser Rezeptoren wodurch die Verbindung zwischen Magnesiumdefizit und ADHS bei Kindern erklärt werden kann. Im Erwachsenenalter ist dieser Rezeptor beim Auftreten von Depressionen beteiligt. Eine geringe Magnesiumzufuhr erhöht die Wahrscheinlichkeit für Depression signifikant. Bei Patienten mit Depressionen zeigte eine mehrwöchige Magnesium-Supplementation einen positiven Effekt auf depressive Symptome. Auch bei Menschen mit Demenz sind niedrige Serum-Magnesium-Konzentrationen häufig anzutreffen. Sowohl Grundlagen- als auch klinische Studien deuten darauf hin, dass Magnesium an der Pathogenese von Demenz beteiligt ist und eine neuroprotektive Wirkung hat, indem es neuronale Schäden reduziert und synergistisch mit Medikamenten zur Behandlung von Demenz wirkt. Zusammenfassend kann die Aufrechterhaltung eines optimalen Magnesiumhaushalts im Zentralnervensystem vielfältigen neurologischen Erkrankungen vorbeugen. In der Therapie dieser Erkrankungen ist eine Magnesium-Supplementierung eine Nebenwirkungs-arme, physiologische Option.
