Magnesium und Arzneimittel

Uwe Gröber, Akademie für Mikronährstoffmedizin, Essen, Deutschland

An etwa 80% aller derzeit bekannten Stoffwechselwege ist das Mineral Magnesium direkt oder indirekt involviert. Umso wichtiger ist in der medizinischen Praxis die Beachtung von Wechselwirkungen mit dem Magnesium-Haushalt, vor allem bei älteren Patienten. Zahlreiche Arzneimittel, darunter Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI), Diuretika oder Metformin, können zu Magnesiumverlust und Hypomagnesiämie führen. Magnesium und Arzneimittel nutzen für ihre intestinale Resorption, ihren Stoffwechsel und ihre Ausscheidung dieselben Transport- und Stoffwechselwege im Körper. Das bedeutet, dass bei der Einnahme eines oder mehrerer Arzneimittel immer das Risiko einer Wechselwirkung mit dem Magnesium-Status besteht. Folglich kann die Wirkung eines Arzneimittels durch Magnesium beeinträchtigt werden (z. B. können Magnesium, Kalzium und Zink die gastrointestinale Resorption von Tetracyclin-Antibiotika beeinträchtigen) und gleichzeitig kann die physiologische Funktion von Magnesium durch ein Arzneimittel beeinträchtigt werden (z. B. verursachen Diuretika einen renalen Magnesiumverlust). Angesichts der ständig steigenden Zahl von Medikamenten auf dem Markt und der Häufigkeit ihrer Anwendung muss in der täglichen medizinischen und pharmazeutischen Praxis ein besonderes Augenmerk auf die nachteiligen Auswirkungen der medikamentösen Therapie auf den Magnesiumstatus gelegt werden, um das potenzielle Risiko für die Gesundheit der Patienten zu minimieren.