Bodo von Ehrlich, Kempten, Deutschland
Die essenzielle Rolle des Magnesiums für das Leben ist physiologisch, biochemisch, molekularbiologisch, epidemiologisch und phylogenetisch in den letzten über 50 Jahren mit intensiv zunehmender Dynamik wissenschaftlich sehr weit aufgeklärt worden. Standen am Beginn (50er-70er Jahre) einzelne Symptome (Wadenkrämpfe) und wenige eng begrenzte Diagnosen (Frühgeburtlichkeit) beim Menschen im Fokus, so ist heute weltweit allen Magnesiumexperten klar, dass 1. Magnesiummangel gravierende nachteilige Bedeutung für ein weites Spektrum von Krankheits- und Lebenssituationen hat und 2. die Verbreitung des Magnesiummangels den Charakter einer Pandemie angenommen hat.
Der Kenntnisstand des Beginns ist nach wie vor weit verbreitet. Warum?
Das Besondere dieser jetzt-zeitigen Magnesiummangel-Pandemie: sie wird ignoriert – ja sie wird organisiert ignoriert, tabuisiert, der Mechanismus! – mit ausgeprägten Folgen für die Betroffenen wie für das was geläufig „Gesundheitssysteme“ genannt wird.
Ausgehend von einem mit großer medialer Vehemenz propagierten („persuaders“) – tatsächlich aber rein politisch kommerziell begründeten abwertenden Narrativ („hidden persuaders“) der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts (Bundestag), wonach Magnesiummangel nur gegen Befindlichkeitsstörungen (Umberto Eco: „semiotische Pestilenz“) eingesetzt werde, ist eine ganze Ära von weitreichenden Magnesium-Forschungsresultaten unter dem Nebel dieses Negativ-framing-Narrativs verborgen geblieben. Dazu beigetragen hat einerseits die Ächtung des Magnesiums durch die in 2000 in Deutschland in Kraft gesetzten Kostendämpfungsregularien („hidden persuaders“), andererseits das auch primär-ökonomisch gesteuerte Interesse an hochpreisigen Markteinführungen gegen Folgekrankheiten und drittens eine missbräuchliche („hidden persuaders“) Überdehnung des Sacket Prinzips der evidence based medicine.
Eine Auflösung dieses herbeigeführten Wahrnehmungsdilemmas für unsere Patienten könnte in der Erkenntnis liegen, dass wir de facto massenhaft in einem Zivi-BIOTOP leben (müssen), welches sich je nach individuellem Umfeld zum Patho-Biotop eines Magnesiummangels entwickelt und je nach Veranlagung und Konstellation verschiedenste „slow-diseases“ eines Magnesiummangels dadurch befördert werden. Zwei Grundtatsachen gilt es zu erkennen: 1. Im gegebenen Pathobiotop (Gesunde) und bei zahlreichen bereits eingetretenen Krankheiten (Patienten erkannt und unerkannt) reicht eine alleinige Ernährungszufuhr von Magnesium bei sehr vielen – entgegen verbreitetem Narrativ („hidden persuaders“) – NICHT aus um OPTIMALE Körperwerte zu erreichen. 2. Energie: Überall wo Sauerstoff in Organen zur Energiebereitstellung gebraucht wird – überall – ist Magnesium für den letzten Schritt zum eigentlichen Zell-Energieträger ATP erforderlich.
Desinteresse und Negierung der Magnesium-Bedeutung durch weite Teile der so geprägten – geframten – Ärzteschaft – wesentlich im Gefolge der politisch-administrativen Sanktionierung – in Kombination mit dem organisierten ALLEIN lassen der Patienten durch die Administrativregeln (Beipackzettel von Nahrungsergänzungsmitteln adressieren Gesunde und führen Kranke in die Irre) haben die Vernachlässigung der natürlichen Magnesium-Rolle und damit die Magnesiummangel-Pandemie befördert und exazerbieren die Lage täglich weiter.
Um die zahllosen narrativen Irrwege („hidden persuaders“), die sich mittlerweile durch diese Mg-Marginalisierung ergeben, bei gleichzeitig markant zunehmendem Interesse der Menschen – sinnvoll ärztlich-medizinisch zu stützen ist regelmäßige Labor-Messung – am besten mittels Mg/Ca- Verhältnis sowie Kenntnis des Zielwertes Mg/Ca ≥ 0,4 (mmol/l/mmol/l) und des Serum-Mg Zielwertes ≥ 0,85 mmol/l allgemein zu empfehlen und zu kommunizieren („Wer verlässt sich langzeitig beim Autoreifendruck auf Schätzen…? – mit welchem Langzeitergebnis – Verschleiß?“). 2. Die Supplementationsdosis ist kommunikativ nach völlig Gesunden und der großen Zahl der Magnesiummangel-Kranken KLAR zu unterscheiden – was bis dato durch die Brüssel-Regularien zum Nachteil der Menschen versäumt wurde.
