HG Predel
Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Deutsche Sporthochschule Köln
Magnesium (Mg) ist ein für die menschliche Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit unverzichtbares Mineral. Es ist an wesentlichen Prozessen des Energiestoffwechsels beteiligt und trägt zur Aufrechterhaltung einer normalen Muskelfunktion bei. Zahlreiche Studien haben den Zusammenhang zwischen Magnesiumstatus bzw. -supplementierung und sportlicher Leistungsfähigkeit untersucht und festgestellt, dass der Bedarf an Magnesium mit steigendem körperlichem Aktivitätsniveau zunimmt. Tierexperimentelle Untersuchungen legen nahe, dass Magnesium die sportliche Leistungsfähigkeit u.a. durch eine Erhöhung der Glukoseverfügbarkeit in Gehirn, Muskulatur und Blut sowie durch eine Verringerung bzw. Verzögerung der Laktatanhäufung in der Muskulatur verbessern kann. Humanstudien konzentrierten sich eher auf physiologische Parameter wie Blutdruck, Herzfrequenz und maximale Sauerstoffaufnahme (VO₂max) als auf direkte funktionelle Leistungsindikatoren. Mehrere Querschnittserhebungen haben allerdings eine positive Korrelation zwischen Magnesiumstatus und Muskelkraft nachgewiesen. Dies umfasst u. a. die Handgriffkraft, die Explosivkraft der Unterschenkelmuskulatur sowie die Sprungleistung. Darüber hinaus haben Interventionsstudien gezeigt, dass eine Magnesiumsupplementierung funktionelle Parameter wie das Quadrizeps-Drehmoment verbessern kann. Ebenso kann eine Supplementierung die Gehgeschwindigkeit und die Zeit für den Aufsteh-Test bei postmenopausalen Frauen positiv beeinflussen. Insbesondere unter Bedingungen reduzierter Magnesiumzufuhr erwies sich eine Supplementierung in der Regel als vorteilhaft, vor allem im Hinblick auf die sportliche Leistungsfähigkeit. Weitere klinisch wichtige Aspekte stellen die potentielle Rolle einer Mg-Supplementierung im Rahmen bewegungstherapeutischer Interventionen bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen, wie z.B. arterielle Hypertonie oder Herzrhythmusstörungen dar. Diese umfassende Übersicht fasst die Literatur zusammen, um die wissenschaftliche Evidenz zum Zusammenhang zwischen Magnesiumstatus bzw. -supplementierung und körperlicher Leistungsfähigkeit beim Menschen zu bewerten.
